Allgemeinchirurgie

Die operative Behandlung des symptomatischen Gallensteinleidens und der Blinddarmentzündung (ab einem Alter von 4 Jahren) erfolgt in nahezu 100 Prozent der Fälle bei uns laparoskopisch, das heißt durch die „Schlüsselloch“-Chirurgie (Chirurgie der kleinen Schnitte). Dabei wird bei der Gallenblasenentfernung der Gallengang immer röntgenologisch dargestellt. So können wir den Gallengang während der Operation gut erkennen, Verletzungen vermeiden und eventuell zusätzlich vorliegende Gallengangssteine nachweisen.

Weitere Operationen sind 

  • Stadienadaptierte Krampfader-Operationen einschließlich endoskopischer Techniken,
  • Eingriffe an den Blutgefäßen bei Durchblutungsstörungen (Schaufensterkrankheit),
  • Diagnostische Lungenfell-Spiegelungen ,
  • begrenzte Lungenresektionen und
  • Einsetzen von Portsystemen und Schrittmachern.

Endokrine Chirurgie

Die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsen-Chirurgie bei gut- und bösartigen Erkrankungen ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil unseres Behandlungsspektrums. Im St. Vincenz-Krankenhaus werden jährlich mehr als 100 dieser Eingriffe pro Jahr durchgeführt.
Um Verletzungen zu vermeiden, werden Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsenkörperchen immer während der Operation dargestellt. Auch die Funktion der Stimmbandnerven wird während der Operation mit Hilfe des sogenannten Neuromonitorings ständig überprüft.
Unsere Operationsergebnisse lassen wir regelmäßig mit denen anderer Schilddrüsen-Kliniken vergleichen. Die Ergebnisse der Vergleiche bescheinigen uns eine sehr gute Behandlungsqualität.

Hernienchirurgie

Die Hernienchirurgie gehört zu unseren Hauptschwerpunkten. Unsere Patienten schätzen unsere große Erfahrung bei der gewebeschonenden operativen Versorgung von Bauchwand- und Eingeweide-Brüchen.
Bei den Hernien-Operationen wenden wir in mehr als über 95 Prozent die „Schlüsselloch-Chirurgie“ mit Einbringen von leichtgewichtigen Kunststoffnetzen an. Aus diesem Grunde geht unser Einzugsgebiet weit über die Region hinaus.

Wir führen folgende Operationen von Hernien sehr häufig durch

  • Leistenhernien-Operationen
  • Nabel- und Narbenbruch-Operationen,
  • komplizierte Hernien-Operationen mit unter anderem Bauchwandersatz und
  • Zwerchfellbruch-Operationen mit und ohne Fundoplicatio (Antireflux-Operation).

Viszeralchirurgie

Unsere Klinik bietet nahezu alle Operationen am Magen-Darmtrakt, der Leber, den Gallenwegen, der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre und allen weiteren Organen des Bauchraumes bei gut- und bösartigen Erkrankungen an. Hier stehen gerade bei radikalen Tumoroperationen ausgefeilte gewebeschonende und blutsparende Operationstechniken (u.a. Ultraschall-Gewebeschneider) im Vordergrund, um das Operationsrisiko deutlich zu verringern.
Ein weiteres wesentliches Standbein ist die kolorektale Chirurgie, unter anderem im Rahmen des 9/2009 zertifizierten Darmkrebszentrums. Ein Großteil der Darm-Eingriffe wird auch hier zwischenzeitlich in minimal-invasiver Technik operiert und die Patienten nach dem „Fast-Track-Konzept“ behandelt. Dazu gehören Maßnahmen, die zu einer besseren und schnelleren Erholung nach einer Operation und so zu einer Verkürzung des stationären Aufenthaltes führen. Aufgrund der engen Anbindung an die Medizinische Klinik I ist die bestmögliche Vor- und Nachbehandlung unserer Patienten mit bösartigen Erkrankungen gesichert.

Behandlungsspektrum bei minimalinvasiven Operationen

Viele Operationen lassen sich heute ohne große Schnitte in „minimal invasiver Technik“ (auch „Schlüssellochtechnik“ genannt) durchführen. Dazu sind neben den technischen Erfordernissen allerdings auch bestimmte Voraussetzungen seitens des Patienten erforderlich. Manche Voroperationen oder Begleiterkrankungen können z.B. ein wichtiger Grund sein, ein offenes Operationsverfahren zu wählen. Daher muss der Chirurg (ggf. auch in Zusammenarbeit mit dem Internisten und dem Narkosearzt) bei jedem Patienten prüfen, ob in seinem Fall ein minimalinvasives Operationsverfahren in Frage kommt.

Während es sich 1991, als diese Technik in unsere Abteilung eingeführt wurde, dabei nur um Gallenblasen- und Blinddarmoperationen gehandelt hat, ist die Zahl der minimalinvasiven Operationsverfahren im Laufe der Zeit deutlich angestiegen. Heute bilden sie (auch mengenmäßig) einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Arbeit.
Einen Überblick über die bisher in unserer Abteilung durchgeführten minimalinvasiven Eingriffe gibt Ihnen die nachfolgende Auflistung.
Alle für die Notfallversorgung wichtigen minimalinvasiven Eingriffe können wir rund um die Uhr anbieten.

Eingriffe im Bauch:

  • Diagnostische Bauchspiegelung (ggf. mit Gewinnung von Gewebeproben)
  • Beseitigung von Verwachsungen
  • Gallenblasenentfernung, Gallenblasendrainage bei Vereiterung
  • Blinddarmentfernung - Entfernung einer angeborenen Dünndarmaussackung (Meckelsches Divertikel)
  • Verschluss von Leistenbrüchen bei Erwachsenen
  • Verschluss von kindlichen Leistenbrüchen (Herniorhaphie)
  • Verschluss von Zwerchfellbrüchen / OP bei „Thoraxmagen“
  • Fundoplicatio bei Refluxösophagitis
  • Behebung von Darmverschlüssen durch Verwachsungen
  • Verschluss von Narbenbrüchen
  • Korrektur bei Colstomiehernien / parastomalen Hernien am Darm und beim harnableitenden Ileumpouch
  • Verschluss eines durchgebrochenen Magen-/ Zwölffingerdarm-Geschwüres
  • Versorgung von Darmverletzungen (z.B. bei Stichwunden in den Bauch)
  • Teilentfernung des Dick- und Enddarmes bei gut- und bösartigen Erkrankungen.
  • Entfernung von Magenwandtumoren (incl. transabdomineller intragastrischer OP-Technik)
  • Laparoendoskopische Hybrideingriffe, bei denen der Chirurg laparoskopisch (d.h. in Bauchspiegelungstechnik) und der Internist gleichzeitig endoskopisch (also durch Magen- oder Dickdarmspiegelung) gemeinsam operieren (z.B. bei der Entfernung von Magen- oder Dickdarmpolypen)

Eingriffe im Brustkorb:

  • Mediastinoskopie mit Gewinnung von Gewebeproben
  • Diagnostische Brustkorbspiegelung (ggf. mit Gewinnung von Gewebeproben)
  • Behandlung bei Rippen- und Lungenfellvereiterung (Pleuraempyem)
  • Entfernung von erkranktem Lungengewebe (bei Pneumothorax) 

Proktologie

Im Rahmen unserer proktologischen Sprechstunde beschäftigen wir uns mit den Erkrankungen des Analkanals und des Mastdarms. Zum diagnostischen Spektrum gehören

  • Sigmoideoskopien, Enddarm- und Analkanalspiegelungen,
  • Ultraschalluntersuchungen des Anus und unteren Mastdarms und
  • radiologische und instrumentelle Funktionsuntersuchungen.

Im Vordergrund stehen nichtoperative und operative Behandlungen von

  • Hämorrhoidalleiden,
  • Fisteln (Abszesse),
  • Fissuren,
  • innerem und äußerem Mastdarmvorfall und
  • Stuhl-Entleerungsstörungen.