Krankheiten

Die Gastroenterologie beschäftigt sich mit der Erkennung, Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und den zugehörigen Organen Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.

Zu den häufigen Krankheitsbildern zählen:

  • Sodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit)
,
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
,
  • Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi und duodeni),
  • Zöliakie,
  • Erkrankung durch Gallensteine,
  • Engstellung in Speiseröhre, Mange, Darm oder Gallenwege,
  • Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose
,
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis),

  • Magen-Darm-Infekt mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
,
  • Divertikulitis
,
  • Funktionsstörungen des Magen-Darm Traktes,
  • Magen und Darm Polypen,
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)

    • Morbus Crohn und
    • Colitis ulcerosa.

Daneben gibt es eine Vielzahl seltenerer Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Eine immer größere Rolle spielen die bösartigen Tumoren, insbesondere Darm- und Magenkrebs.

 Die Gastroenterologen der Medizinischen Klinik I arbeiten eng mit Ärzten anderer Fachbereiche zusammen. Für die optimale Behandlung von Patienten mit Darmkrebs wurde beispielsweise das Darmkrebszentrum St. Vincenz gegründet. „Kurze Wege“ ermöglichen eine rasche Diagnostik und Festlegung der bestmöglichen Therapie, sei es durch Medikamente oder durch eine Operation.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Vor allem junge Menschen sind von diesen beiden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen betroffen.

Die Colitis ulcerosa beginnt in der Regel im Enddarm und breitet sich bei Verschlimmerung nach oben hin aus, bleibt aber auf den Dickdarm beschränkt. Morbus Crohn kann den gesamten Magen-Darm-Trakt an verschiedenen Stellen gleichzeitig befallen, meist ist der Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm betroffen.

  • Die Ursachen für die beiden Erkrankungen sind weiterhin unklar. Familiäre Häufungen sprechen dafür, dass eine erbliche Veranlagung daran beteiligt ist. Als gesichert gilt, dass das Immunsystem bei der Entstehung der beiden Krankheiten eine wichtige Rolle spielt. Die Entzündung ist dabei Ausdruck einer Überaktivität des Immunsystems.
  • Die auftretenden Beschwerden sind vielfältig. Häufig haben die Patienten länger anhaltende Durchfälle, Blut im Stuhl und Bauchschmerzen. Viele Patienten haben auch Beschwerden außerhalb des Bauches, beispielsweise Rücken- und Gelenkbeschwerden, Augenentzündungen, entzündliche Knoten in der Haut oder Leberveränderungen.
  • Neben der genauen Schilderung der Beschwerden und ihrem Verlauf müssen für die Diagnosestellung Blutuntersuchungen, Ultraschall- und Röntgenaufnahmen vorgenommen werden. Besonders wichtig für eine sichere Diagnostik ist die Darmspiegelung.
  • Die Behandlung erfolgt mit entzündungshemmenden Medikamenten. Man unterscheidet dabei Medikamente, die die Entzündung eindämmen (Remissionsinduktion) und solche, die dauerhaft eingenommen werden, um einer erneuten Entzündung vorzubeugen (Remissionserhaltung).
  • Die Versorgung von Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa in der Medizinischen Klinik I des St. Vincenz-Krankenhauses erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Hausärzten und der Gastroenterologischen Fachpraxis Andersen/Tonk. Unser Ziel ist eine wohnortnahe, krankheitsbegleitende und problemorientierte Versorgung. Eine umfassende ambulante Versorgung soll Krankenhausaufenthalte vermeiden helfen. 

    pdf-download: Versorgungsstruktur Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Lebererkrankungen – Hepatologie

Die Leber kann durch vielfältige Ursachen geschädigt werden. Schwere akute oder chronische Lebererkrankungen sind häufig an einer Gelbfärbung der Haut („Gelbsucht“, medizinisch Ikterus) erkennbar. Die Hauptursachen chronischer Lebererkrankungen sind

  • Hepatitis B und C als chronische Virus-Infektionen,
  • übermäßiger Alkoholkonsum,
  • Stoffwechselstörungen,
  • Fettleber und
  • Entzündungen der Gallenwege.

Zur diagnostischen Abklärung unklarer chronischer Lebererkrankungen können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Leberpunktion (Gewebeentnahme aus der Leber),
  • Bauchhöhlen-Spiegelung (Mini-Laparoskopie),
  • Ultraschalluntersuchung von Innen (Endosonographie),
  • Röntgen zur Darstellung der Gallenwege, Gallenblase und des Pankreasgangs mit Kontrastmittel (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie = ERCP).

Die Fettleber wird immer mehr zur Volkskrankheit. Eine genaue Diagnose kann häufig erst durch die feingewebliche Untersuchung der Leber gestellt werden. Dazu wird eine Leberpunktion durchgeführt.
Viele Lebererkrankungen münden trotz unterschiedlicher Ursachen in der Spätphase häufig in eine Leberzirrhose. Die Medizinische Klinik I hat in der Behandlung der Komplikationen der Leberzirrhose wie Blutungen, Bauchwassersucht (Aszites), Nierenversagen und Leberkoma große Erfahrung. Da die Lebertransplantation in manchen Fällen lebensrettend sein kann, arbeiten wir eng mit den umliegenden Zentren zusammen.